Robert Habeck – Eine exklusive Biographie von Claudia Reshöft


Wie man es mit mehr als genug Rückenwind durch die verschiedensten Medien vom belanglosen Kommunalpolitiker aus der schleswig-holsteinischen Provinz bis zum Chef der kleinsten Oppositionspartei sowie Dauergrinsegast in zahllosen öffentlich-rechtlichen TV Produktionen bringen kann zeigt ein Rückblick auf das bisherige Leben des männlichen Grünen Vorsitzenden.
Wer sich wirklich für reine Fakten rund um den Herrn interessiert, den bedient Autorin Reshöft recht anständig.
An Fakten kann man schließlich wenig drehen oder deuten ohne dass es nicht peinlich werden würde.
Da muss man allerdings gleich hinterherschieben, dass der schreibenden Dame aus fast jedem Satz die Bewunderung, ja quasi die Ehrfurcht nur so hervorspringt.
Gut, Herr Habeck hat sein Studium abgeschlossen, promovierte sogar.
Dass können ja viele, viele Mandats- und/oder Pöstchenträger der grünen Partei nicht von sich behaupten – ob das der Grund für die Schreibweise der Frau Reshöft rechtfertigt.
Man fragt es sich.
Vielleicht liegt es aber auch an der – unbestrittenen – Wahrhaftigkeit bzw. der Authentizität die der endvierziger Philosoph ausstrahlt.
Seine schwache Rhetorik dürfte es wohl eher nicht sein.
Frau Reshöft zählt ihn, ebenso wie die Co Vorsitzende, Frau Baerbock, dem bürgerlichem, eher realitätsnäherem Flügel der Partei zu.
Das passt so gar nicht zu Aussagen, dass der Herr Habeck mit „Deutschland nichts anzufangen weiß und er Vaterlandsliebe stets zum Kotzen fand.“
(Aussage aus seinem eigenen Buch „Patriotismus. Ein linkes Plädoyer“)
Wohlgemerkt ist das eine Aussage eine Mannes, der – ginge es nach dem Willen vieler Journalisten – nächstes Jahr unsere ewige Kanzlerin bewerben sollte/könnte!
Diesen Satz versuchte Habeck zwar später wieder zu entschärfen, doch dass damit nicht nur „Ultrarechte“ irritiert wurden, dürfte auf der Hand liegen.
(Allerdings nicht auf der Hand von Autorin Reshöft).
So macht sich ein charmantes Äußeres, eine sympathische Ausstrahlung – ähnlich wie bei Gregor Gysi – als nettes Mäntelchen über verstörenden Einstellungen ganz gut.
Man sollte das Mäntelchen nur nicht zu sehr lupfen.
Frau Reshöft baut auf nicht einer der 208 Seiten eine kritische Distanz auf.
Die Wohlfühlzone wird nie verlassen.
Es ist das Buch eines großen Fans.